Schimmel & Feuchte

Schimmel bekämpfen, bevor er entsteht

Schimmelpilze in der Wohnung sind nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern können auch zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Der beste Nährboden für Schimmelpilze ist Feuchtigkeit.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Schimmel entsteht vor allem durch Feuchtigkeit, insbesondere bei dauerhaft über 70 % relativer Luftfeuchte.

 

  • Kalte Bauteile und Wärmebrücken (z. B. Fensterlaibungen, Rollladenkästen, Außenecken) sind besonders schimmelanfällig, vor allem bei mangelhafter Wärmedämmung.
  • Schimmel wird oft erst bemerkt, wenn es schon zu spät ist – Vorbeugung ist daher entscheidend.

 

 


Unsere Podcast Folge

In dieser Folge erklären Sandra und Peter, wie richtiges Lüften und Heizen dabei helfen, Feuchtigkeit und Schimmel in den eigenen vier Wänden zu vermeiden. Sie geben praktische Tipps, mit denen sich das Raumklima verbessern, das Wohlbefinden steigern und gleichzeitig Energie sparen lässt.

Schimmel vermeiden – richtig lüften und heizen

Die Audioinhalte wurden mit Hilfe von KI erstellt


Schimmel bekämpfen, bevor er entsteht

Schimmelpilze brauchen vor allem Feuchtigkeit, um sich zu vermehren. In Wohnräumen erhalten die Pilze die Feuchtigkeit häufig aus der Luft: Wenn die relative Luftfeuchtigkeit über längere Zeit mehr als 70 Prozent beträgt, besteht ein erhebliches Risiko für Schimmelbildung.

Besonders gefährdet sind dafür Gebäudeteile mit unzureichender Wärmedämmung, denn bei niedrigen Außentemperaturen kühlen die Flächen stärker ab. Das betrifft auch sogenannte „Wärmebrücken“, das sind Flächen, die bei kalter Witterung stärker abkühlen, als umliegende Bereiche, wie etwa Fensterlaibungen, Rollladenkästen oder Gebäudeaußenecken. Sie sind wegen ihrer spezifischen Konstruktion gefährdet.

Meist erkennen wir die zu hohe Feuchtigkeit erst, wenn es bereits zu spät ist und der Schimmel schon da ist. Konsequentes Lüften hilft, das Risiko zu verringern.

Natürlich kann die Feuchtigkeit auch andere Ursachen haben: Aus Neubauten etwa müssen Sie die Baufeuchtigkeit vor allem im ersten Jahr durch verstärktes Heizen und Lüften hinaustransportieren.

Des Weiteren kann Feuchtigkeit auf verschiedene Weise von außen ins Gebäude eindringen: Anstehendes Grund- oder Niederschlagswasser oder schadhafte Rohrleitungen können Bauteile durchfeuchten.

Zudem kann über Schäden im Dach oder in der Außenwand wie auch über defekte Bauteilanschlüsse Niederschlagswasser in die Konstruktion gelangen. In diesen Fällen nützt Lüften nichts – ziehen Sie bitte einen Fachmann zurate.

Die wirksamsten Maßnahmen gegen Schimmel auf einen Blick

Heizen und Lüften 

Lüften Sie Ihre Räume regelmäßig und heizen Sie angemessen. Zur Kontrolle Ihres Lüftungsverhaltens messen Sie die aktuelle Raumluftfeuchte mit einem Thermo-Hygrometer. Wir empfehlen eine Luftfeuchte von 40 – 60 Prozent. Heizen Sie außerdem kühle Räume nicht mit der Luft aus wärmeren Räumen. Dabei gelangt meist mehr Feuchtigkeit als Wärme in den kühlen Raum. So steigen relative Luftfeuchte und das Schimmelrisiko. Innentüren zwischen unterschiedlich beheizten Räumen sollten Sie deshalb stets geschlossen halten.

Einrichten

Rücken Sie vor allem in schlecht gedämmten Gebäuden größere Möbel möglichst zehn Zentimeter von Außenwänden und Außenwandecken weg oder stellen Sie sie besser an die Innenwände. Die Wandoberfläche hinter zu dicht an der Außenwand stehenden Möbelstücken erwärmt sich weniger durch die Raumluft und kühlt ab. Als Folge kondensiert die Feuchtigkeit und die Gefahr steigt, dass sich Schimmel in der Wohnung bildet.

Dämmen

Ein häufig auftretender Mythos ist, dass Schimmel durch eine Wärmedämmung begünstigt wird. Das stimmt jedoch nicht, denn eine gute Wärmedämmung reduziert nicht nur die Gefahr, dass sich Feuchtigkeit an kalten Bauteilen niederschlägt, sondern spart auch deutlich Heizenergie und erhöht den Wohnkomfort. Die Schimmelbildung liegt häufig an mangelhafter Wärmedämmung, zum Beispiel durch Wärmebrücken an ungedämmten Fensterlaibungen. Unzureichende Lüftung kann ebenfalls eine Rolle spielen.

 

Im Leitfaden zur Schimmelbildung des Bundesumweltamtes finden Sie weitere Informationen.

 

Achtung: Chemische Mittel zur Schimmelbeseitigung können gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Sie können Atemwege, Haut und Augen reizen und bei unsachgemäßer Anwendung zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen. Besonders für Kinder, Schwangere, ältere Menschen und Personen mit Atemwegserkrankungen sowie für Haustiere besteht ein erhöhtes Risiko.

Weitere Informationen:

Sie haben Fragen zu Schimmel und Feuchtigkeit in ihrer Wohnung? Wir helfen Ihnen in unserer Beratung mit Empfehlungen zur Vermeidung von Schimmel und Feuchtigkeit:

  • Maßnahmen zur nachträglichen Wärmedämmung,
  • Reduzierung von Wärmebrücken,
  • Anpassung von Beheizung und Belüftung der Wohnung

Kommen Sie gern vorbei.

Gutachterliche Tätigkeiten, wie die Feststellung von Ursachen bei Schäden durch Schimmel und Feuchtigkeit, können nicht bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale beauftragt werden.

Rechtliche Fragen im Zusammenhang mit Schimmel und Feuchtigkeit in Wohnräumen beantworten Einrichtungen der Rechtsberatung bei den Verbraucherzentralen oder den Mietervereinen.

 

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