Heizungslabel

Das Heizungslabel gibt die Energieeffizienz von Heizungen an. Etwa 40 Prozent der Energie wird in Deutschland im Gebäudebereich verbraucht. Das Gros der Energie wird genutzt, um die eigenen vier Wände zu heizen und um Wasser zu erhitzen. Daher spielen Heizgeräte und Warmwasserbereiter eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Energie- und Klimaziele. Seit September 2019 finden Sie beim Kauf von Heizungsanlagen das Heizungslabel mit den Effizienzklassen A+++ bis D (Stand: Dezember 2021) auf den Geräten. Das Heizungslabel gibt Aufschluss darüber, wie energieeffizient das Heizungssystem ist und inwieweit erneuerbare Energien genutzt werden.

Die Energieeffizienzklassen A+ bis A+++ werden an Heizungssysteme vergeben, die regenerative Energien nutzen und klimafreundlich bzw. besonders klimafreundlich sind, wie zum Beispiel Holzheizungen, effiziente Wärmepumpen und Heizungssysteme in Kombination mit Solarthermie.

Effiziente Gas- und Ölheizungen mit Brennwerttechnik, die zusätzlich die Energie aus dem Abgas nutzen, werden in der Regel in Energieeffizienzklassen A bis B eingestuft. Diese Heizungssysteme werden nur dann besser bewertet, wenn erneuerbaren Energien integriert werden, sogenannte Verbund- oder Hybridanlagen, zum Beispiel Brennwerttechnik in Kombination mit Solarthermie oder einer Wärmepumpe.

Heizungslabel auf Heizungsaltanlagen

Auch Heizkessel, die älter als 15 Jahre sind, werden seit dem 01.01.2016 durch den bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger schrittweise mit dem Heizungslabel versehen. Das Ziel besteht darin, über die Energieeffizienz der Heizung sowie Energieberatungsangebote und Förderungen zu informieren. Auf diese Weise sollen Heizungsaltanlagen schneller ausgetauscht und das Bewusstsein für den sparsamen Umgang mit Energie gefördert werden. So erhalten zum Beispiel Niedertemperatur-Heizungen, die die Energie aus dem Abgas nicht nutzen, die Energieeffizienzklasse C. Heizungen, die in eine Energieeffizienzklasse schlechter als C eingestuft wurden und bereits installiert sind, wie zum Beispiel Standardkessel für Gas und Öl, dürfen weiter betrieben werden.

Bei dem Heizungslabel handelt es sich um eine Erstinformation. Es wird empfohlen zu prüfen, ob die Bestandsanlage bereits optimal eingestellt ist oder ob eine effizientere Anlage wirtschaftlicher ist, also Energiekosten einsparen würde.

Vorteile und Nachteile von Heizungslabeln

Das Energielabel der Heizung gibt dessen Energieeffizienz unter standardisierten Bedingungen an. Es macht keine Aussage über den tatsächlichen Betrieb oder über die Energieeffizienz der gesamten Heizungsanlage oder gar des ganzen Hauses. Es ist zu beachten, dass ein Heizungslabel auch für Heizungssysteme gilt, die aus mehreren Elementen bestehen, wie beispielsweise die Heizungssysteme in Kombination mit Solarthermie-Anlagen oder wasserführende Kaminöfen in Kombination mit Heizkessel und Warmwasserspeicher (sogenannte Verbundanlagen). Anders als bei Elektrogeräten werden also beim Heizungslabel verschiedene Energieträger miteinander verglichen. Öl, Gas und Strom verursachen dabei unterschiedliche Kosten pro Energieeinheit.

Das Label gibt keinen Aufschluss darüber, wie hoch die zu erwartenden Betriebskosten ausfallen. Der Kauf eines klimafreundlich eingestuften Heizungssystems kann sich somit als nachteilig herausstellen, wenn es langfristig sehr hohe Betriebskosten aufgrund des verwendeten Energieträgers verursacht. Weitere Faktoren, durch die sich die Effizienz der Anlage verändern kann, spielen zudem eine große Rolle. Dies wird vom Heizungslabel nicht berücksichtigt. Dazu gehören unter anderem die energetische Dämmung des Hauses und der Heizanlage, die Einstellung der Heizung und der hydraulische Abgleich des Heizungssystems.

Jetzt an spannenden Veranstaltungen teilnehmen

Interessieren Sie sich für den Einbau einer neuen Heizungsanlage oder haben Fragen zum Heizungslabel? Dann sind unsere Veranstaltungen genau das Richtige für Sie – Jetzt anmelden & teilnehmen!