Elektro-Durchlauferhitzer

Durchlauferhitzer ermöglichen eine dezentrale Warmwasserversorgung von in der Regel ein bis zwei Wasserhähnen. Es handelt sich um kompakte Heizgeräte, die Wasser direkt aus der Leitung heraus erhitzen. Ein Warmwasserspeicher ist beim Betrieb eines Elektro-Durchlauferhitzers nicht erforderlich, sodass Wärmeverluste vergleichsweise gering sind. Das Wasser wird elektrisch erhitzt, was zu hohen Stromkosten führt und eine vergleichsweise große Menge an Treibhausgasemissionen verursacht.

Funktionsweise von Durchlauferhitzern

Der Durchlauferhitzer wird automatisch aktiviert, sobald der Wasserhahn geöffnet wird. Die Wärmezufuhr stoppt, sobald der Wasserhahn wieder geschlossen wird. Durchlauferhitzer verbrauchen somit nur dann Energie, so lange Warmwasser entnommen wird. Um das Wasser sofort auf die gewünschte Temperatur zu bringen, benötigen sie eine hohe Wärmeleistung. Die elektrische Leistung eines Durchlauferhitzers für die Entnahmestelle einer Dusch- oder Wannenarmatur liegt bei etwa 20 Kilowatt.

Bauarten von Durchlauferhitzern

Man unterscheidet zwei Bauarten: den hydraulischen und elektronischen Durchlauferhitzer.

Die elektronische Variante regelt die Wärmezufuhr in Abhängigkeit von der eingestellten Warmwassertemperatur. Man erkennt einen elektronischen Durchlauferhitzer am Temperaturregler, der – je nach Modell – in mehreren Temperaturstufen oder mit einer Skala von etwa 35 bis 60 Grad Celsius stufenlos eingestellt werden kann. Bei hydraulischen Durchlauferhitzern wird die Wärme ungeregelt nur in zwei oder drei Heizstufen abgegeben.

Die hydraulische Variante hat lediglich einen Schalter mit Stufen 1 bis 2 oder 3.

Da die elektronische Variante die Wärmezufuhr nach Bedarf regelt, ist sie im Vergleich zum hydraulischen Durchlauferhitzer sparsamer.

Teil des hydraulischen Durchlauferhitzers ist ein mechanisch arbeitender Differenzdruckschalter. Dieser startet den Durchlauferhitzer, sobald eine Mindestwassermenge das Gerät durchströmt. Das Wasser wird erwärmt. Ist der Wasserdurchfluss zu gering, arbeitet der Durchlauferhitzer mit eingeschränkter Leistung. Das führt häufig zu Funktionsstörungen bei Wasserhähnen mit Einhand-Mischbatterien oder bei zu niedrigem Leitungsdruck.

Der elektronische Durchlauferhitzer regelt die Energiezufuhr mit einem Turbinen-Durchflussmesser. Dieser misst die Wassertemperatur am Zulauf und Ablauf und heizt entsprechend der eingestellten Wunschtemperatur. Wasserhähne mit Einhand-Mischbatterien oder mit geringem Leitungsdruck funktionieren mit elektronischem Durchlauferhitzer meist störungsfrei.

Ein so genannter vollelektronischer Durchlauferhitzer regelt zusätzlich die Durchflussmenge. Ziel ist es, die eingestellte Wunschtemperatur auch dann zu erhalten, wenn die Leistungsfähigkeit des Geräts erreicht wird. Das kann passieren, wenn zum Beispiel von mehrere angeschlossenen Wasserhähnen gleichzeitig warmes Wasser gezapft wird.

Verwendung von Durchlauferhitzern

Elektro-Durchlauferhitzer werden häufig in Wohngebäuden eingesetzt, die über kein zentrales Leitungsnetz für Warmwasser verfügen. In Mehrparteienhäusern ohne zentrale Warmwasserversorgung werden sie meistens im Bad verwendet. Zusätzliche Wasserhähne in der Küche werden dann häufig über Elektro-Kleinspeicher mit Warmwasser versorgt.

Durchlauferhitzer werden zunehmend für einzelne Wasserhähne genutzt. Mini-Durchlauferhitzer für Handwaschbecken können verbreitete Elektro-Kleinspeicher ersetzen, da diese erheblich höhere Wärmeverluste aufweisen. Steckerfertige Durchlauferhitzer bis 3,5 Kilowatt können an normale Steckdosen angeschlossen werden.

Vorteile und Nachteile von Durchlauferhitzern

Die Vorteile von Durchlauferhitzern liegen darin, dass sie eine dezentrale Warmwasserversorgung ermöglichen, die weder ein Leitungsnetz noch einen Speicher benötigt. In Mehrparteienhäusern bieten sie eine Alternative dazu, die Warmwasserkosten verbrauchsabhängig abrechnen zu müssen. In der Regel sind sie kostengünstiger anzuschaffen als zentrale Warmwasserbereitungsanlagen. Die Wärmeverluste sind wegen der geringen Leitungslängen und des nicht vorhandenen Speichers gering. Durchlauferhitzer stellen unbegrenzt Warmwasser zur Verfügung und es entstehen keine Wartezeiten, bis wieder warmes Wasser verfügbar ist.

Ein Nachteil von Durchlauferhitzern ist ihre begrenzte Leistungsfähigkeit. Wird beispielsweise gleichzeitig zur Dusche an einer anderen Stelle warmes Wasser entnommen, kann es beim Duschen spontan kalt werden.

Nachteilig sind außerdem die hohen Verbrauchskosten. Mit etwa 30 Cent pro Kilowattstunde kostet Strom etwa fünfmal so viel wie Erdgas. Dadurch ist es trotz geringerer Wärmeverluste meistens teurer, einen dezentralen Elektro-Durchlauferhitzers zu betreiben als eine zentrale gasbetriebene Warmwasseranlage zu nutzen. Ohne Speicher ist es zudem nicht möglich, günstige Stromtarife wie bei Elektrospeicherheizungen zu nutzen.

Auch die Klimabilanz der elektrischen Warmwasserbereitung ist schlecht: Bei einer Kilowattstunde Strom wird etwa zwei- bis dreimal so viel Kohlendioxid ausgestoßen wie bei Erdgas.

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