Nachtabsenkung

Bei der Nachtabsenkung handelt es sich um eine Regeleinstellung der Heizungsanlage. Ziel ist es, den Heizbetrieb zeitlich zu beschränken, um Energie, Brennstoff und damit Heizkosten zu sparen. Es wird unterschieden zwischen einer zentralen Nachtabsenkung, die direkt am Kessel vorgenommen wird und der manuellen Absenkung der Raumtemperatur, die Sie jederzeit selbst am Thermostat vornehmen können. Je nachdem, wie Sie die Räume nutzen, sind beide Szenarien auch als Tagabsenkung möglich, wenn Sie Ihre Abwesenheit entsprechend definieren.

Rolle der Bauart und Ausstattung des Gebäudes bei zentraler Nachtabsenkung

Die regelmäßige Nachtabsenkung zu gleichen Zeiten erfolgt an der zentralen Bedieneinheit der Heizung, also des Heizkessels, der Fernwärmestation oder der Wärmepumpe. Die Einstellung der Thermostatventile oder der Raumregler wird in dem Fall nicht verändert. Sie sollte grundsätzlich auf die Raumnutzung im Tagbetrieb angepasst sein: Wohnräume 20 bis 22 Grad Celsius, Schlafräume 16 bis 19, Abstellräume und selten genutzte Bereiche 15 Grad Celsius. Durch die zentrale Vorgabe werden die Räume in der Absenkzeit nicht mit Wärme beliefert.

Bei Gebäuden ohne Fassadendämmung ist das Einsparpotenzial am höchsten, aber sie kühlen auch schneller aus als gut gedämmte Häuser. Wieviel Sie tatsächlich einsparen, ist abhängig von der Bauteilschwere, also der Wandstärke und deren Speicherfähigkeit. Entscheidend ist außerdem, ob die Wärme über Heizkörper oder eine Flächenheizungen abgegeben wird. Heizkörper reagieren schneller als zum Beispiel eine Fußbodenheizung. Im Vergleich zum durchgängigen Heizbetrieb lassen sich in einem Einfamilienhaus durch konsequente Nachtabsenkung fünf bis 12 Prozent Heizenergie sparen. Eine Fußboden- oder Wandflächenheizung wird dagegen ohnehin mit niedrigerer Temperatur betrieben und stellt sich relativ träge auf Regelvorgaben ein. Hier ist eine Nachtabsenkung weniger sinnvoll.

Nachtabsenkung durch Temperaturregelung an Thermostaten

In einem Mehrfamilienhaus mit Mietwohnungen ist eine zentrale Nachtabsenkung rechtlich meist nicht möglich. Die Wohnungen müssen beispielsweise für Schichtarbeiter jederzeit beheizbar sein. Um individuell Wärme zu sparen, sollten die Thermostatventile nachts und bei Abwesenheit aus oder auf eine niedrigere Stufe gestellt werden. Die Heizkörper geben dann keine oder weniger Wärme ab. Dem Heizkessel wird damit signalisiert, dass es keine Wärmeanforderung gibt. Somit verbraucht auch die Zentralheizung weniger Energie. Der Einspareffekt der thermostatischen Nachtabsenkung ist speziell in großen Mehrfamilienhäusern durch das unterschiedliche Nutzerverhalten zwar geringer, aber die Heizkosten der Wohnung reduzieren sich. Hilfreich für eine manuelle Nacht- oder Tagabsenkungen können programmierbare Thermostatventile sein. Allerdings bieten sie auch die komfortable Einstellung, dass die Wohnung schon vorgeheizt wird. Im Gegensatz zum manuellen Abdrehen des Ventilkopfs kann das dazu führen, dass kaum Energie gespart wird. Grundsätzlich sollte die Raumtemperatur nicht unter 16 Grad Celsius fallen, da sonst das Schimmelrisiko steigt.

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