Energieausweis

Durch Energieausweise werden Immobilien vergleichbar. So können Käufer und Mieter des Gebäudes genau erkennen, welche Verbräuche und Energiekosten zu erwarten sind. Grundsätzlich ist der Energieausweis der Steckbrief eines Gebäudes und zeigt transparent dessen Energieeffizienz mit unterschiedlichen Kennziffern auf. Ebenso werden Empfehlungen zur kostengünstigen Modernisierung auf dem Energieausweis angegeben. Er muss zur Verfügung gestellt werden, bevor das Gebäude den Eigentümer wechselt oder ein neuer Mieter einzieht, damit diese eine Vorstellung von ihren zukünftigen Nebenkosten erhalten.

Bedarfsausweis vs. Verbrauchsausweis 

Energieausweise können in Bedarfs- und Verbrauchsausweise unterschieden werden. Diese beeinflussen jedoch die Einschätzungen über den Energiestandard auf unterschiedliche Weise, da für den jeweiligen Ausweis verschiedene Daten erhoben beziehungsweise berechnet werden. Der Vorteil von Bedarfsausweisen besteht darin, dass diese gegenüber Verbrauchsausweisen aussagekräftiger sind. Dafür sind sie aber auch teurer. Beide Energieausweise sind bis zu 10 Jahre gültig.

Die Bedeutung der Energiekennziffern auf Energieausweisen 

Die Energiekennziffern aus Energieausweisen sollen den Vergleich der energetischen Beschaffenheit von Gebäuden deutschlandweit ermöglichen. Dennoch kann kein unmittelbarer Rückschluss auf den zu erwartenden Energieverbrauch und die Energiekosten gezogen werden, denn diese hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab.
Bis Oktober 2020 bildete die jeweils gültige Version der Energieeinsparverordnung (EnEV) die Basis für Energieausweise. Seit November 2020 gilt stattdessen das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Ausgenommen davon ist nur der Fall, wenn ein Gebäude neu vermietet werden soll. Dann muss ein Energieausweis nach EnEV von 2014 erstellt werden.
Eine Herausforderung bei der Vergleichbarkeit von älteren mit neuen Energieausweisen besteht darin, dass je nach geltender EnEV die entsprechenden Kennziffern unterschiedlich bewertet werden. Gerade in älteren Energieausweisen werden Gebäude positiver bewertet als in neuen. Deshalb sollte beim Kauf oder Mieten eines Gebäudes auch darauf geachtet werden, wann der vorliegende Energieausweis ausgestellt wurde. Der Endenergiebedarf eines Gebäudes, den man auf dem Energieausweis auf Seite zwei findet, ist jedoch auch heute noch aktuell, da er mit dem gleichen Verfahren berechnet wird.

Wann ist ein Energieausweis vonnöten und wer erstellt diesen? 

Wenn eine neue Immobilie gebaut wird, muss ein Energieausweis erstellt werden. Auch Eigentümer von Bestandsimmobilien benötigen ihn, wenn sie eine Wohnung oder ein Haus neu vermieten. Wird Ihr Gebäude umfassend saniert und im gleichen Rahmen eine Gesamtbilanzierung nach der aktuellen Gebäudeenergiegesetz (GEG) durchgeführt, ist ebenfalls die Vorlage eines Energieausweises notwendig. Hausbesitzer, die in einem fertiggestellten Haus leben, benötigen stattdessen keinen Energieausweis.
Es gibt mehrere Instanzen, die einen Energieausweis erstellen können. Dabei können Wohneigentümer aber schnell an unseriöse Firmen geraten. Achten Sie deshalb darauf, dass der Aussteller über eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung verfügt sowie genug Berufspraxis. Lassen Sie sich ebenfalls eine schriftliche Bestätigung des Ausstellers geben, welche ihm die Berechtigung verleiht, Energieausweise auszustellen.