Pelletheizung

Bei einer Pelletheizung wird Energie für Heizung und Warmwasser durch die Verbrennung von Holz gewonnen. Die sogenannten Pellets sind naturbelassene, in eine zylindrische Form gepresste Holzspäne und weisen dadruch einen hohen Brennwert auf. Dabei entsprechen zwei Kilogramm etwa einem Liter Heizöl. Pelletheizungen können in unterschiedlichen Leistungsbereichen erworben werden und sind dementsprechend für (fast) jeden Wärmebedarf geeignet. Sie können vom Einfamilienhaus bis hin zu einem großen Wohnkomplex eingesetzt werden.

Wussten Sie, dass die Installation einer Pelletheizung vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) mit bis zu 40 Prozent (Stand August 2022) gefördert wird? Mit dem Standard Zuschuss für Holzfeuerungen können Sie bis zu 10 Prozent Förderungen erhalten. Wird eine alte Ölheizung, Nachtspeicher-, Kohle-, Gasetagen- oder eine 20 Jahre alte Gasheizung ausgetauscht, werden Sie mit bis zu 20 Prozent gefördert. Durch den Einsatz von erneuerbaren Hybridheizungen mit Holz können Sie eine Förderung von bis zu 35 Prozent erhalten und bei Solarthermie und Wärmepumpen bis zu 40 Prozent.

Aufbau und Wirkungsweise einer Pelletheizung

Pelletheizungen sind als voll- oder halbautomatische Variante erhältlich. Während der Vorratsbehälter im Gerät bei halbautomatischen Pelletheizungen selbst befüllt werden muss, ist das bei der vollautomatischen Variante nicht notwendig. Dort werden die Pellets vom Lagerraum direkt zum Heizkessel befördert. Dies passiert entweder mit einer mechanischen Förderschnecke oder mit einem Gebläse.

Der Pelletkessel, welcher aus einem stabilen Gehäuse, einer Brennkammer, einer Einschubschnecke, einem Ascheaustragungssystem und einem Wärmetauscher besteht, ist fester Bestandteil einer Pelletheizung. Es ist zu empfehlen, den Kessel mit einem Pufferspeicher zu kombinieren, da er den Wirkungsgrad der Pelletheizung erhöht. Durch den Pufferspeicher kann das Material im Brennraum stets vollständig abbrennen, wodurch Brennerstarts stets vermieden werden. Die überschüssige Wärme, die nicht direkt im Heizungsnetz abgenommen wird, erwärmt den Heizwasservorrat im Pufferspeicher und kann von dort zu einem späteren Zeitpunkt in die Heizkörper gepumpt werden, ohne dass der Kessel erneut anspringen muss. Auf diese Weise verringern Pufferspeicher das häufige Aufheizen des Pelletkessels. Zudem wird zusätzlich Strom für den Zündvorgang gespart und die Emissionen werden gesenkt. Der Pelletkessel arbeitet also kaum in Teillast und läuft auf dem optimalen Betriebspunkt.

Unterschiede zwischen Pelletheizung und Pelletofen

Pelletheizung und Pelletofen unterscheiden sich in ihrer technischen Grundausrichtung. Während die Pelletheizung als Zentralheizung das gesamte Gebäude beheizt, funktioniert der Pelletofen eher unterstützend. Er wird im Wohnraum aufgestellt und sorgt dort für eine angenehme Wärme. Indirekt können auch angrenzende Räume erhitzt werden. Ein Pelletofen ist im Vergleich zu einer Pelletheizung zudem mit Wassertasche erhältlich. Durch das erwärmte Wasser ist der Pelletofen an die Zentralheizung anschließbar, wobei die Heizleistung bei größeren Häusern oft zu gering ist. Zudem erwärmt ein Ofen mit Wassertasche den Wohnraum unnötigerweise, wenn er für die sommerliche Warmwassererwärmung anspringt.

Pelletheizungen: Vor- und Nachteile 

Pelletheizungen gelten als klimaneutral und umweltfreundlich, da bei der Verbrennung von Pellets nur so viel CO₂ freigesetzt wird, wie der Baum in seiner Wachstumsphase gebunden hat. Zudem gehört Holz als Brennmaterial der Pelletheizung zu den nachwachsenden Rohstoffen, dessen Vorrat in deutschen Wäldern im Vergleich zu anderen EU-Ländern sehr hoch ist. Das Heizen mit Pelletheizungen ist in Deutschland eine umweltfreundliche und wirtschaftlich sinnvolle Alternative zu Erdöl oder Erdgas. Zudem können Pelletheizungen Öl- und Gasheizungen leicht ersetzen und mit anderen Energiequellen kombiniert werden. Bestehende Leitungen, Heizkörper und der Raum des Öllagers können bei einer Umstellung weiterhin für die Pelletheizung genutzt werden. Die Preise der Pellets sind recht stabil, zusätzlich verzeichnen Pelletheizungen nur geringe Brennstoffkosten. Eine Besonderheit stellen Kombikessel dar. In ihnen können Pellets, Scheitholz oder auch Hackschnitzel verbrannt werden, was ebenfalls sehr umweltfreundlich ist.

Nachteilig an Pelletheizungen sind die hohen Anschaffungs- und Wartungskosten: So sind die Schornsteinfegerkosten zu beachten, wie auch die vergleichsweise hohen Betriebsstromkosten. Neben dem hohen Wartungsaufwand ist der große Platzbedarf für das Pelletlager ein Nachteil. Dabei ist nicht nur an genug Fläche, sondern auch an eine ausreichende Raumhöhe zu denken. So bedarf ein Pellet-Silo für fünf Tonnen Holzpellets, die etwa 2500 Litern Heizöl entsprechen, etwa sechs Quadratmeter Platz und zweieinhalb Meter Höhe. Teure Erdtanks sind ebenfalls eine Möglichkeit, Pellets zu lagern. Zudem muss der Aschebehälter etwa zweimal im Jahr geleert werden.

Sind Pelletheizungen die Zukunft?

Durch die Erfüllung der gesetzlichen Lufteinhalteanforderungen und geringe Feinstaubbelastung sind sie durchaus zukunftssicher. Auch wenn Pelletheizungen von vielen als nicht umweltfreundlich angesehen wird, aufgrund der Abholzung von Wäldern, um Pellets herzustellen, haben sie Potenzial. Bei der Pelletherstellung sollte darauf geachtet werden, dass diese aus Abfallprodukten und regional entstehen, hierfür gibt es extra Siegel. Die Siegel wie FSC oder PEFC garantieren eine umweltfreundliche Herstellung von Pellets und damit einhergehende umweltfreundliche Nutzung einer Pelletheizung. Sie sind dann umweltschädlich, wenn ganze Bäume zu Pellets werden, der deutsche Markt nicht ausreicht und eine zu hohe Nachfrage durch Industrie, Heizkraftwerke und private Verbraucher:innen entsteht und Pellets aus Übersee nach Deutschland importiert werden müssen. Momentan ist der Anteil an Pelletheizungen auf dem Heizungsmarkt sehr gering, dadurch werden sie deshalb auch weiterhin gefördert.

Pelletheizungen – Weitere Informationen erhalten 

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