Energiewende

Unter Energiewende versteht man den Übergang zu einer dauerhaften Versorgung der Gesellschaft (Haushalte, Verkehr, Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe) mit regenerativen Energien, d.h. z.B. Strom und Wärme aus nachhaltig nutzbaren, erneuerbaren oder regenerativen Quellen. Außerdem spielen z.B. Bio- und Deponiegas eine Rolle. Ziel ist es, den Anteil fossiler Energieträger (Erdöl, Erdgas, Kohle, Kernenergie) zu verringern und schließlich vollständig zu ersetzen. So ist beispielsweise geplant (Stand 2020), den Anteil der erneuerbaren Energien aus Wind- und Wasserkraft, Sonnenstrahlung und Erdwärme (Geothermie) bis 2050 auf rund 60 Prozent am Bruttoendenergieverbrauch und 80 Prozent am Bruttostromverbrauch zu erhöhen.

Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien ist die maßgebliche Erhöhung der Energieeffizienz Ziel der Energiewende. Das schließt die Einsparung von Energie, Modernisierung von Kraftwerken, Motoren und Industrieprozessen sowie eine energetische Gebäudesanierung ein.

Maßnahmen der Energiewende

Damit sich Deutschland zunehmend aus erneuerbaren Energien selbst versorgen kann, muss das bestehende Energiesystem umgebaut werden. Das betrifft Kraftwerke, das Stromnetz sowie die Speichertechnologien.

Beim Stromnetzausbau besteht das Ziel der Energiewende darin, den erzeugten Strom aus beispielsweise Windparks über weite Strecken verlustarm zu transportieren. Realisiert werde soll dieses Vorhaben mit einem deutschlandweiten Overlay-Netz. Dieses Netz wird auch Stromautobahn genannt und soll europaweit vernetzt werden können.

Eine Herausforderung bei der Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energien besteht darin, dass diese schwanken. Weht kein Wind, können Windkraftwerke nicht arbeiten, scheint keine Sonne, ist der Stromgewinn in Photovoltaikanlagen geringer. Um diese Schwankungen auszugleichen, müssen Strombedarf und Stromversorgungssystem flexibler gestaltet sowie Speicher eingesetzt werden, die Strom speichern, sobald mehr produziert als gebraucht wird.

Eine weitere Maßnahme der Energiewende besteht darin, von der zentralen Stromerzeugung aus wenigen Großkraftwerken hin zur dezentralen Stromerzeugung mit Windkraft-, Photovoltaik- oder Biogasanlagen zu wechseln. Dafür ist eine Versorgungsstruktur mit komplexer Abstimmung von Erzeugung, Speicherung und Bedarf erforderlich. Intelligente Netze (Smart Grids) sollen Stromerzeugung mit dem Strombedarf und der nötigen Speicherung abstimmen.

Politische Ziele der Energiewende

Die politischen Ziele der Energiewende sind im Energiekonzept der Bundesregierung festgehalten. Zusammen mit denBeschlüssen des Bundeskabinetts vom Juni 2011 und dem Koalitionsvertrag definieren sie den Fahrplan für die Energiewende.

Die Ziele wurden für unterschiedliche Zeithorizonte heruntergebrochen. Als Basisjahr gilt meist der Wert aus dem Jahr 1990. Im Folgenden sind die wichtigsten Ziele aufgeführt, die politisch beschlossen wurden:

  • die Treibhausgasemission soll sich bis 2030 um 55 Prozent, bis 2050 sogar um 80 Prozent reduzieren
  • der Primärenergieverbrauch soll bis 2050 um 50 Prozent sinken
  • der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch soll bis 2030 auf 65 Prozent steigen, bis 2050 auf 80 Prozent
  • der Ausstieg aus der Kernenergienutzung bis 2022

Neben den allgemeinen Zielen zu Energieverbrauch und Energieerzeugung schreibt das Energiekonzept Ziele für energieintensive Sektoren wie Industrie, Verkehr und Gebäude fest.

Beispielhaft sei hier der Gebäudesektor genannt: Ziel ist es, den Effizienzstandard für Gebäude soweit zu erhöhen, dass der Gebäudebestand bis zum Jahr 2050 nahezu klimaneutral ist. Strategien und konkrete Maßnahmen dazu finden sich in der Energieeffizienzstrategie Gebäude der Bundesregierung.

(Stand 2020)

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